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INDIKATOREN DER ÖSTERREICHISCHEN BEZIEHUNGEN

ZUM SÜDEN

Wolfgang Mehl, Klimabündnis Österreich

 

 

 

DAS KLIMABÜNDNIS

Das Klimabündnis ist eine globale Partnerschaft zum Schutze des Weltklimas zwischen insgesamt über 1000 europäischen Kommunen und den indigenen Völker der Amazonas-Regenwaldgebiete. Dem Klimabündnis haben sich in Österreich bisher 280 Städte und Gemeinden, sowie 8 der 9 Bundesländer angeschlossen. Die Mitglieds-Gemeinden, Städte und Länder haben sich u. a. verpflichtet ihre

·         CO2-Emissionen bis zum Jahre 2010 zu halbieren sowie

·         die Bündnispartner im Amazonasgebiet bei der aktiven Regenwalderhaltung zu unterstützen.

 

REGENWALDSCHUTZ IST SELBSTSCHUTZ

Dem Schutz des Amazonas-Regenwaldes kommt umweltpolitisch sowohl wegen seiner Fähigkeit, große Mengen an CO2 zu binden, als auch wegen seiner Artenvielfalt besondere Bedeutung zu. Dabei erweist sich als erfolgreichste Strategie zur Erhaltung des Regenwaldes die Unterstützung der in und von diesen Wäldern lebenden indigenen (indianischen) Völker. Wer sollte größeres Interesse am Schutz des Regenwaldes und an seiner nachhaltigen Nutzung haben als jene, die seit Jahrtausenden von und mit ihm leben?

Von den Klimabündnis-Gemeinden, Städten und Bundesländern und der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium werden zahlreiche Aktivitäten im Bereich indianisches Erziehungswesen, Gesundheitswesen, politische Stärkung, Kultur und Kommunalprojekte unterstützt.

 

DIE KLIMABÜNDNIS-PARTNER IN BRASILIEN

Das Gebiet am oberen und mittleren Rio Negro gehört zu den wenigen Regionen Brasiliens, in denen die etwa 25.000 Menschen zählenden indianischen UreinwohnerInnen die große Mehrheit bilden und in einem fast unberührten tropischen Waldland leben. Dieses Gebiet mit seinen 19 verschiedenen indigenen Völkern ist etwas größer als Österreich und hat sein Zentrum in der Bezirkshauptstadt São Gabriel. Als Verkehrsweg dient der Rio Negro mit seinen zahlreichen Nebenflüssen. Durch das Bündnis mit den österreichischen Klimabündnis-Gemeinden, Städten und Bundesländern sollen die indigenen Völker am Alto Rio Negro dabei unterstützt werden:

·       den tropischen Regenwaldes zu erhalten

·       ihre Rechte als indigene Völker auf ihre angestammten Gebiete abzusichern

·       die kulturelle Identität zu stärken und

·       eine der Umwelt angepaßte Verbesserung der Lebensbedingungen durch nachhaltige Nutzung aller erneuerbarer Ressourcen zu erwirken.

 

KLIMASCHUTZ VON DER BASIS

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, daß das Warten auf große, „von oben verordnete“, allumfassende Lösungen des Klimaproblems zu nichts führt. Deshalb versuchen die Mitgliedsgemeinden des Klimabündnis durch einen sogenannten „bottom-up“-Ansatz, Veränderungen von der kleinsten Einheit des Staates aus zu bewirken. In praktisch allen Mitgliedsgemeinden gibt es mittlerweile offene Arbeitskreise, die sich mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen in Bereichen wie Energie, Verkehr, Entwicklungspolitik, Beschaffungswesen etc. beschäftigen.

 

DIE WICHTIGSTEN HANDLUNGSFELDER FÜR GEMEINDEN:

Energie

·       Erarbeitung eines kommunalen Energiekonzeptes

·       Gezielte Maßnahmen bei der Raumplanung, bei Gebäuden sowie bei Industrie und Gewerbe

·       Verstärkter Einsatz erneuerbarer Energieträger: Sonne, Biomasse, Biogas, Wind

·       Einbeziehung der Betriebe - Betriebe im Klimabündnis

Verkehr

·       Vermeidung und Beruhigung des motorisierten Individualverkehrs

·       Sanfte Mobilität: Förderung des Radfahrens und des Zufußgehens

·       Förderung des Öffentlichen Verkehrs

Bewußtseinsbildung

·       Aktive Öffentlichkeitsarbeit zu umwelt- und entwicklungspolitischen Themen

·       Schulen im Klimabündnis: Beitritt zum KKIK („Kluge Köpfe im Klimabündnis“)

·       Förderung der Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und BürgerInnen: Podiumsdiskussionen, Workshops etc.

Beschaffungswesen

·       Verzicht auf Tropenholz

·       Verzicht auf FCKW’s, HFCKW’s, HFKW’s

·       Einsatz von fair gehandelten Produkten und Produkten aus der Region

 

INDIKATOREN DER BEZIEHUNGEN ZUM SÜDEN –10 THESEN

·       Energie- und Ressourcenverbrauch des Nordens sind wichtige Indikatoren für die Beziehungen zum Süden.

·       Besonders die klimarelevanten Emissionen (Treibhausgase) sind aufgrund ihrer globalen Wirkung als Indikatoren besonders geeignet.

·       Alle Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sollten auch nach Kriterien der Nachhaltigkeit überprüft werden.

·       Projekte bei denen veraltete Technologie exportiert werden soll, z.B. im Rahmen des CDM (clean developement-Meachanismus der UN-Klimakonvention), sind abzulehnen.

·       Speziell der Verkehr/die Verkehrssysteme können als Beispiel für höchst einseitige Ressourcenausbeutung durch die Industrieländer angesehen werden.

·       Gleiches gilt für die Wahl der Nahrungsmittel (Anteile im Rahmen der Gesamtversorgung der Gesellschaft) und für die Land- und Fortswirtschaft.

·       Entschuldung ist Grundvoraussetzung für nachhaltige Entwicklung im Süden, hier könnte ein zentraler Indikator „Beitrag zur Entschuldung“ entwickelt werden.

·       Der Anteil von Produkten aus „Fairem Handel“ ist ein entscheidender Faktor.

·       Die Indikatoren sollten für alle Verwaltungsebenen (Gemeinde, Land, Staat, EU) gelten.

·       Die Industrieländer sollten ihre EZA-Indikatoren jährlich präsentieren, rechtfertigen und sich einem öffentlichen Ranking in allen Aspekten stellen müssen.

 

 

 

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